Cecile Wick
Weg – A way 2005

Mit Texten und 21 Heliogravuren von Cécile Wick auf weissem Zerkall-Büttenpapier, 145 g/m², Text in Erbar-Grotesk Light, 16 Pt, Handsatz, deutsch/englisch, Handeinband, geprägt, 39 x 30 cm, 92 S.
Die Druckplatten für die Heliogravuren wurden von Michèle Dillier im Atelier de Gravure de l’AJAC, Moutier hergestellt und von Michèle Dillier, Arno Hassler und Antje Rövenkamp in Moutier gedruckt. Die Texte wurden im «Druckatelier am Buchd­rucker­weg» in Bern von Ernst Schär gedruckt. Die Handein­bände wurden im Atelier für Grafik-, Foto- und Schriftgut­restaurierung Michael Rothe, Bern, gefertigt.
Die Auflage beträgt 25 nummerierte Exemplare. Fünf zusätzliche und nicht für den Handel bestimmte Künstlerexemplare haben die Nummern EA I-V.
Im Zusammenhang mit dem Künstlerbuch entstand eine Edition mit 8 Heliogravuren. Weitere Publikationen zu Cecile Wick im Verlag Rothe Drucke: Pasoram/Hymne

In Island und in der Bretagne bin ich im Winter Flüssen und Küsten entlang gewandert. Ich wollte Zeit haben und mich dem Wesentlichen zuwenden. Gehend werden. Verwandt werden mit dem Zeitfluss. Eintauchen in die andere Zeit, die Dauer. Ich wollte dem Überflüssigen entsagen und die Lebenszeit füllen mit Sinnhaftigkeit. Ich wollte erfahren wie sich die Bewegung des Gehens in den Körper einschreibt, um die eigene Präsenz angesichts der Natur zu erfahren und sie so dem Vergessen und der Unverbindlichkeit zu entreissen. Schritt um Schritt bin ich gegangen, die Einsamkeiten zu erkunden. Die Zeit hat sich dabei gedehnt und ich habe erfahren, wie sie zerrinnt und davonläuft und wie das Bewusstsein der Endlichkeit plötzlich in allen Dingen in Erscheinung tritt.
Die Texte basieren auf Erinnerungen an diese Tage. Sie sprechen von der Tätigkeit des Gehens, von der Eintönigkeit und von den Gedanken, die in dieser Leere plötzlich auftauchen und sich breit machen und sich verbinden mit Fragmenten von einst gehörten oder gelesenen Worten und Sätzen.
Die entstandenen Bilder erzählen nicht das Wandern im Regen oder das Suchen nach einer Unterkunft am Ende eines durchwanderten Tages, nicht die feuchten kalten Nächte in einsamen Gasthöfen und nicht die seltenen Begegnungen mit Menschen und die kargen Gespräche mit ihnen. Die Bilder zeugen von der Sehnsucht nach Schönheit und Erhabenheit. Sie zeigen die wundersame Wandelbarkeit und Farbigkeit der Landschaft. Sie zeigen das Land und die Wasser und wie das Licht die Landschaften malt und zeichnet und ihnen die Stimmungen auf den Leib schreibt. Diese Bilder haben nichts mit der Erfahrung zu tun. Sie sind Verweise, kleine Grüsse an die Zukunft.

Cécile Wick